Auf die richtige Empfängeranschrift achten (Österreich)

jim-karo-beigeImmer wieder kommt es in Österreich zu Problemen bei der Zustellung von übers Internet bestellten Waren. Die Probleme reichen dabei von der Angabe einer nicht ganz richtigen oder nicht vollständigen Empfängeradresse bis zum fehlenden oder unvollständigem Namensschild an der Türklingel oder an der Wohnungstüre.

Schauen wir uns deshalb einmal die Situation in Österreich genauer an:

In Österreich ist es immer wichtig, die vollständige Adresse inklusive Namen des Empfängers, Straßennamen, Hausnummer, Stiege, Stock und Türnummer anzugeben und zwar auch dann, wenn es bislang gereicht hat, zum Beispiel nur den Namen des Empfängers, die Straße und die Hausnummer auf das Paket zu schreiben. Wenn die Adresse unvollständig ist, dann kann es passieren, dass der Paket- oder Briefzusteller das Paket oder den Brief ohne weitere Recherche bei der Zustellung an den Absender zurückschickt.

Das geht darauf zurück, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreichischen Post heutzutage nicht mehr dazu verpflichtet sind, zu recherchieren, ob der Empfänger an der auf dem Brief oder Paket angegebenen Empfängeradresse wohnt bzw. wo er genau wohnt.

Wenn früher also die Postzustellung an Ihren Namen und zum Beispiel mit der Anschrift 1030 Wien, Czerningasse 12 geklappt hat, dann kann dies heute nicht mehr funktionieren, wenn Ihre vollständige Anschrift in Wirklichkeit 1030 Wien, Czerningasse 12/2/17 lautet.

Das gilt auch für die richtige Schreibweise von Personen- und Straßennamen. Wichtig ist bei letzterem vor allem die postalisch korrekte Bezeichnung und nicht der Name, der in Ihrem Ort oder im Grätzl für Ihren Wohnort geläufig ist.

Also muss es heißen:

Katze Katzenfreund
Katzenbach 32
2070 Katzenort

und nicht

Katze Katzenfreund
2070 Katzenbach

In vielen Fällen hilft das aber auch nicht:

  • Bei der Aufgabe des Pakets auf dem Postamt muss der Postbeamte nicht im Computer nachschauen, ob es die Adresse wirklich gibt. Er überprüft nur, ob es die Straße in dem Rayon (= Zustellgebiet) wirklich gibt. Tut er das nicht und macht nicht darauf aufmerksam, dass es die Straße nicht gibt, dann erhält der Absender der Sendung diese mit dem Vermerk „Unzustellbar“ zurück und berappt dafür mindestens zusätzlich EUR 5,00 zur ohnehin schon bei der Aufgabe der Sendung entrichteten Beförderungsgebühr.
  • Bei unwilligen und unkundigen Postzustellern, die nicht bereit sind, die vollständig und richtig angegebene Empfängeradresse aufzusuchen.
  • Bei Zustellern, die der irrigen Meinung sind, dass sie – wenn Sie in einem höheren Stockwerk wohnen – nicht die Stiegen zu Ihnen hinaufzusteigen haben. In diesem Fall können Sie den Zusteller, so Sie ihm habhaft werden, durch das in Wien übliche „Stiegengeld“ wohlmeinend stimmen. Pech haben Sie aber, wenn wieder einmal die Urlaubsvertretung am Werke ist, die nicht weiß, dass Sie ihr Gehalt mit einem kleinen Obulus aufbessern werden.

Falls Sie sich in einem solchen Fall bei der Servicestelle der Österreichischen Post beschweren wollen, entspricht dies dem in Österreich sprichwörtlich bekannten Gang zum Salzamt. Rufen Sie die Telefonhotline der Post an, werden Sie von Ihrer meist von Anfang an unwirschen Gesprächspartnerin bzw. von Ihrem Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung üblicherweise ebenso schnell wie ruppig abgespeist.

Was können Sie also tun, damit Sie Ihre Sendung und die Katze zu Ihrer Bestellung kommen?

  • Achten Sie am besten von Anfang an bei Ihrer Bestellung peinlichst genau auf die richtige und vollständige Angabe Ihrer Adresse und Anschrift.
  • Dokumentieren Sie den fehlgeschlagenen Zustellversuch genau.
  • Fragen Sie zuerst in der Nachbarschaft nach, ob Ihre Sendung nicht doch irgendwo „deponiert“ wurde.
  • Fragen Sie freundlich beim Absender und/oder Lieferanten nach, ob kein Versehen passiert ist, falls Sie die Sendung nach der üblichen Liefer- und Versandfrist nicht erhalten haben.
  • Wenden Sie sich im Falle eines Fehlers oder Fehlverhaltens der Post an den Konsumentenschutz oder die Redaktion der samstäglichen Sendung „Help“ auf Ö1.
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